
Ein tief berührender Moment

Mit Papst Benedikt in der Sala Clementina
Am Samstag durfte ich eine zutiefst bewegende und berührende Stunde in der Sala Clementina mit Papst Benedikt XVI. erleben. Diese Momente wird sicher niemand aus unserer Delegation wieder vergessen. Für uns alle und die Stadt Freising war es ein wahrlich historischer Augenblick, dem Papst, der in der “Geographie seines Herzens”, wie er sagte, einen Platz für Freising hat, die Ehrenbürgerwürde überbringen zu dürfen.

Benedikt beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Freising - mit OB Dieter Thalhammer und Prälat Gänswein
Mit einem „Gott Vergelt´s“ hat sich Papst Benedikt XVI. persönlich bei unserer Delegation am 16.01.2010 für die Überreichung der Ehrenbürgerwürde gedankt. Das Kirchenoberhaupt empfing uns im Vatikan zu einer einstündigen Sonderaudienz. Damit ist der Papst mit Ausnahme Münchens in allen bayerischen Orten, die mit seinem Lebenslauf verbunden sind, Ehrenbürger. Es sei eine hohe Auszeichnung für ihn, sagte Benedikt XVI. wörtlich:

OB Thalhammer überreicht dem Papst die Ehrenbürgerurkunde
„Ein wenig scherzhaft könnte ich zwar sagen, ich selbst habe ja seit langem meine Sympathie und Verbundenheit mit Freising unter Beweis gestellt, da ich den Freisinger Mohren schon seit 1977 in meinem Bischofs- und nun auch in meinem Papstwappen führe. Gleichwohl freue ich mich sehr, dass hier und heute die aufrichtige Freundschaft und Anhänglichkeit der Bürgerinnen und Bürger Freisings zu ihrem Landsmann, ihrem früheren Erzbischof und nunmehrigen Nachfolger Petri durch die Verleihung der Ehrenbürgerwürde zum Ausdruck kommt.“

Kurz vor dem großen Ereignis
Bei der Audienz im Apostolischen Palast überreichte Freisings Oberbürgermeister Dieter Thalhammer dem Papst die Insignien der Ehrenbürgerwürde. Der Papst erinnerte in seiner Dankesrede an den Freisinger Domberg, ein Ort des Gebets, des Wissens und der Kultur.
„Und dann ist da noch ein Zweites, was mir in den Sinn kommt, wenn ich an Freising denke. Ich glaube, jeder Priester entwickelt zu dem Ort, an dem er die Priesterweihe empfangen hat, ein ganz besonderes persönliches Verhältnis. Ich kann hier nur für mich sprechen, aber ich höre auch immer wieder von Mitbrüdern, wie tief sich jeder von ihnen mit den Ausgangspunkt seines priesterlichen Lebensweges verbunden und verwurzelt fühlt. In meiner eigenen Erinnerung stehen mir ganz deutlich jene Augenblicke im altehrwürdigen Freisinger Dom vor Augen, als mir die Hände aufgelegt wurden und als Kardinal Faulhaber die Worte Jesu sprach: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte (…). Vielmehr habe ich euch Freunde genannt“ (Joh 15, 15).“

Drei Freisinger Erzbischöfe: Benedikt und seine beiden Nachfolger Friedrich Kardinal Wetter und Reinhard Marx
Zu der 72 Personen zählenden Reisegruppe gehören auch der Münchner Erzbischof Reinhard Marx und sein Amtsvorgänger Kardinal Friedrich Wetter. Mit dabei ist auch die Stadtkapelle Freising. Sie hat bei der Audienz verschiedene Stücke erklingen lassen. Der Höhepunkt war freilich die gemeinsam mit dem Papst gesungene Bayernhymne.
Joseph Ratzinger studierte in Freising und München und wurde 1951 im Freisinger Dom zum Priester geweiht. Zwischen 1954 und 1957 dozierte er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising, von 1977 bis 1982 leitete er das Erzbistum München und Freising.
Hier können Sie die Berichterstattung des Freisinger Tagblattes nachlesen.