Verfasst von: Florian Herrmann | 21. Mai 2008

Landwirtschaft: Bürokratie abbauen! – Genfreie Produktion

Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung auf dem Schweinemastbetrieb in Holzhof hat sich der CSU-Landtagskandidat Dr. Florian Herrmann beim Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Michael Grünwald, über die aktuellen Themen der Landwirtschaft informiert. Der Kreisobmann kritisiert insbesondere den enormen bürokratischen Aufwand, den sich die Landwirte insbesondere im Zusammenhang mit den Saisonarbeitskräften ausgesetzt sehen. Da in anderen europäischen Ländern wie Italien oder Spanien weiter kulanter umgegangen wird, verschaffen sich diese Länder ein Wettbewerbsvorteil. Herrmann fordert daher die Abschaffung überflüssiger Doppel- und Drei-fachkontrollen und die Verringerung des „bürokratischen Papierkrams” der von der eigentlichen Arbeit abhält: „Durch eine weitere Überbürokratisierung wird die Lebensmittelproduktion in Deutschland zu teuer, damit unrentabel und global gesehen nicht konkurrenzfähig. Die Verlage-rung der Fleischproduktion ins Ausland birgt jedoch die Gefahr, kaum noch einen Einfluss auf die Lebensmittelsicherheit zu haben.”In dem Gespräch, an dem auch die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft der CSU, Kreisrätin Ernestine Rottmair, die FU-Kreisvorsitzende Mariele Klose und Stadt- und Kreisrat Erich Irlstorfer, teilnahmen, wurde auch die Problematik der „grünen Gentechnik” erör-tert. Man war sich darüber einig, dass die Forschung auf diesem Gebiet zwar vorangetrieben wer-den muss, der Einsatz der grünen Gentechnik in der bayerischen Landwirtschaft jedoch abgelehnt wird. Herrmann: „Für einen Einsatz der grünen Gentechnik in Bayern mit der kleinteiligen Agrar-struktur und den empfindlichen und wertvollen Naturräumen gibt es zu viele offene Fragen und kaum abschätzbare Risiken. Bei unserer Agrarstruktur ist ein sicheres Nebeneinander der Land-bewirtschaftung mit oder ohne Gentechnik nicht möglich.”

Grünwald betonte, dass die überwältigende Mehrheit der Landwirte den Einsatz der grünen Gen-technik als Bedrohung ihrer Maßstäbe für die Landbewirtschaftung und längerfristig auch ihrer Unabhängigkeit sieht. Hermann: „Die Zusammenhänge und Wechselwirkungen in Flora und Fauna sind ein hochkomplexes System. Die Erfahrungen im Natur- und Umweltschutz zeigen, dass Aus-wirkungen menschlicher Eingriffe oft erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung spürbar werden. Diese Erfahrungen machen wir z.B. lokal im Gewässerschutz und erleben wir global im Klimawan-del. Viele Entscheidungen haben den Charakter der Abwägung zwischen Chancen/Nutzen und Risiken. Im Risikomanagement gilt: Je höher die Risiken, umso größer die Vorsorge. Dies gilt be-sonders für irreversible Prozesse.” Wenn durch Maßnahmen der grünen Gentechnik bei Pflanzen oder im Boden unerwartete und für das Ganze schädliche Entwicklungen beginnen, können wir sie nicht mehr ungeschehen machen. Herrmann: „In der Natur gibt es keine Rückrufaktionen”.

Da es bei einem großflächigen Einsatz von grüner Gentechnik keine Möglichkeit der „Abschaltung” wie bei einer technischen Anlage gibt, fordert Herrmann, dass vor einer Entscheidung über die Einführung der grünen Gentechnik in unserem Naturraum eine dem komplexen System entspre-chende Langzeitforschung notwendig ist. Nicht zuletzt weil international die grüne Gentechnik wei-ter auf dem Vormarsch ist, ist es wichtig, dass wir in Bayern aus eigenen Forschungsergebnissen urteilen können. Deshalb ist eine entsprechende Forschung im eigenen Land notwendig. Dabei muss die Sicherheitsforschung ein Schwerpunkt sein.


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